BEATRICE MIGUEL

Ich bin unbequem! - Und das aus Überzeugung!

www.beatrice-miguel.de

Beatrice Miguel mit ihren Werken am Brunnen der Erkenntnis, Foto: Petra Ihm-Fahle
Beatrice Miguel mit ihren Werken am Brunnen der Erkenntnis, Foto: Petra Ihm-Fahle
Einmal Italien und zu mir - Schriftstellerin Beatrice Miguel schreibt über Auslands-Abenteuer u. die schwierige Zeit danach, WZ 13.07.2019, Text+Foto Petra Ihm-Fahle
Einmal Italien und zu mir - Schriftstellerin Beatrice Miguel schreibt über Auslands-Abenteuer u. die schwierige Zeit danach, WZ 13.07.2019, Text+Foto Petra Ihm-Fahle

 

Beatrice Miguel wurde 1963 geboren und lebt in Mittelhessen. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau und arbeitet im administrativen Bereich. Sie ist Mutter von vier Kindern. Bereits 2015 lebte sie fünf Monate als Granny Aupair in einem kleinen Ort in der Nähe von Rom. Mit dieser Reise durch Italien erfüllte sie sich einen lang gehegten Traum. 

 

Ein Leben reicht nicht, um Italien in seiner Vielfalt, Schönheit, Widersprüchlichkeit und Faszination zu entdecken. Ebenso scheint ein Leben nicht auszureichen, um sich selbst bis in den tiefsten Winkel des Seins zu erforschen. Während ihrer Reise durch Italien erkundet Beatrice die wundervolle Natur des Landes und erlebt die Herzlichkeit der Italiener und Sizilianer. Außerdem kommt sie sich ein großes Stück näher und erkennt, worauf es im Leben ankommt. Eine abenteuerliche Reise durch Italien und zu sich selbst sowie die Erfüllung ihres Lebenstraumes: Una vita non basta, 252 Seiten mit Bildern, 11,99 € ist über Buchhandlungen erhältlich

                                             

Wie alles begann - 2010 – Ein Traum erwacht.

 

Kennst Du Michael Ballack? Nein? Ich schon. Aber nicht persönlich. Ein ehemaliger Fußballspieler, der vor vielen Jahren Werbung für eine Urlaubsplattform machte. Mein Jahresurlaub stand vor der Tür und ich überlegte, wo es in diesem Jahr hingehen könnte. Natürlich wieder ans Meer, aber wohin, war noch offen. Ich begab mich via Internet auf die Suche. Sicher kennst du die vielen Werbebeiträge, die sich immer wieder auf den unterschiedlichen Internetseiten ihren Weg zu deinem Auge bahnen. So erging es auch mir. Plötzlich tauchte vor mir das Gesicht des ehemaligen Bayern Spielers, Michael Ballack, auf und weckte meine Neugier. Kalabrien, las ich und wusste, das liegt in Italien. Aber wo genau? Schnell machte ich mich schlau und dachte: „Warum nicht mal Süditalien?“  Ein Hotel hatte ich schnell gebucht und ich wartete voller Vorfreude auf meinen wohlverdienten Urlaub.

 

Endlich war es soweit. Als ich in Lamezia Terme aus dem Flugzeug stieg und mich mit meinem Mietwagen auf den Weg zum Hotel machte, spürte ich eine unglaubliche Verbundenheit mit diesem Fleckchen Erde. In den kommenden Tagen war ich immer wieder fasziniert von der Landschaft und den Menschen.  Der Wunsch in meinem Herzen, hier leben zu wollen, wurde geboren.

 

Wieder in Deutschland angekommen, meldete ich mich sofort zu einem Italienischkurs bei der Volkshochschule an. Der Traum, in Italien zu leben, ließ mich nicht los. Zu diesem Zeitpunkt war es aus familiären Gründen allerdings nicht möglich, diesen zu verwirklichen. Aber im Herzen blieb der Wunsch fest verankert. So ging ich in den folgenden Jahren meiner Arbeit nach und lernte fleißig Italienisch. Meinen jährlichen Urlaub verbrachte ich über fünf Jahre in Kalabrien.

 

Herbst 2013 – Der Verwirklichung des Traums ein Stück näher

 

Eine liebe Freundin, mit der ich mich über meinen Lebenstraum unterhielt, erzählte mir, dass es die Möglichkeit gibt, als Granny Aupair ins Ausland zu gehen. Im Internet gäbe es einige Plattformen, die ich schnell ausfindig machte. Ich legte auf verschiedenen Seiten mein Profil an. Der erste Schritt war getan. Da ich zu dieser Zeit einen befristeten Arbeitsvertrag hatte, der Mitte 2015 auslief, ließ ich es langsam angehen. 

 

Herbst 2014 – Fast vergessen

 

Das Jahr verging wie im Flug und eines Tages erinnerte ich mich wieder an die unterschiedlichen Profile, die ich auf den Webseiten angelegt hatte. Bis Vertragsende waren es zwar noch einige Monate, aber es konnte ja nicht schaden, mich intensiver nach einer geeigneten Möglichkeit umzuschauen. Mein größter Wunsch war, in Rom eine Familie zu finden. Und tatsächlich entdeckte ich das Profil einer Familie mit vier Kindern in der Nähe von Rom. Der Kontakt war schnell hergestellt und ein reger E-Mail Austausch fand statt.

 

Dezember 2014 – Was lange währt …

 

Kurz vor Weihnachten machte ich mich auf den Weg, um die Familie kennenzulernen. Sie hatten ein besonderes Familienmodell. Ursprünglich stammten sie aus England, aber lebten schon seit vielen Jahren in Köln und in Rom. Die Chemie zwischen uns passte vom ersten Augenblick. Als wir uns verabschiedeten, stand dieser Entscheidung nichts mehr im Wege. Im Juni 2015 sollte ich meinen Lebensmittelpunkt für zwei Jahre in einen kleinen Ort 15 km von Rom entfernt verlegen. Leben geschieht, während ich Pläne mache. So wurden aus zwei Jahren leider nur fünf Monate, da die Familie ihr Lebenskonzept veränderte und den Hauptwohnort wieder nach Köln verlegte.

 

Meine Enttäuschung war groß, aber immerhin hatte ich meinen Traum gelebt. Dachte ich zumindest. Ende 2015 kam ich zurück nach Deutschland und im Frühjahr 2016 hatte ich bereits einen befristeten Jahresvertrag in der Tasche. Ging ich davon aus, dass meine Sehnsucht nun endlich gestillt war, musste ich im Laufe der Zeit feststellen, dass dem nicht so war. Der Wunsch, es nochmal zu versuchen, wuchs beständig. Eines stand jedoch fest: Wenn ich diesen Schritt erneut wage, dann anders als zuvor. Ich wollte mit Rucksack und vollkommen ungebunden Italien vom Norden bis zum Süden sowie Sizilien erkunden. Im Herbst 2016 stieß ich auf die Internetseite workaway.info. Sie bietet die Möglichkeit, weltweit gegen Kost und Logis bei Menschen unterzukommen, die auf der Suche nach Unterstützung sind. Sei es bei der Oliven-, Zitronen-, Orangenernte, in einem b&b oder als Haussitter. Das war es, wonach ich gesucht hatte. Eine solche Reise ist kostspielig und ich hatte überlegt, wie ich das alles finanzieren sollte. Auch bei Workaway legte ich ein Profil an und begann meine Giro dell’Italia zu planen.

 

29. April 2017 – Du bist echt mutig …

 

… diesen und ähnliche Sätze bekam ich oft zu hören, wenn andere von meinem Vorhaben erfuhren. Ich antwortete stets: „Ich wäre mutig, wenn ich hier bliebe“. So setzte ich mich am Abend des 29. April 2017 in den Flixbus nach Trient. Meine erste Station. Das Abenteuer begann.

„Vielleicht wird es ja ein Buch.“ So sprach ich in meinen Aufzeichnungen, die ich fast täglich handschriftlich machte, von meiner Idee, über meine Reise ein Buch zu schreiben. Nach sechs Monaten auf Reisen und einigen gefüllten Notizbüchern, veröffentlichte ich unter dem Pseudonym Beatrice Miguel, nach meiner Rückkehr, im Dezember 2017 mein erstes Buch: „una vita non basta – Einmal Italien und zu mir". Ein Buch, voller Erlebnisse über Land und Leute aber auch über meine innere Reise. Mein Ziel war nicht nur Italien besser kennenzulernen, sondern auch mir selbst während dieser Zeit neu zu begegnen. Herauszufinden, wie ich mich verändere, welche Teile ich von mir mitnehme, was ich zurücklasse. So wurden viele Gedanken geboren, wie die Aufforderung an mich selbst: „Willst du in deinem Leben etwas verändern, dann tue etwas, was du noch nie getan hast.“  oder „Was heißt, im Hier und Jetzt zu leben?“ Aber auch meine besondere Beziehung zu Sizilien kommt nicht zu kurz, als ich mich auf den Weg durch das vale della paura – Tal der Angst – begebe und mich selbst mit neuen Augen betrachte.

 

Mit meiner Giro dell’Italia habe ich mir nicht nur einen Herzenswunsch erfüllt, sondern meine Passion gefunden – das Schreiben.

So schwierig hatte sich die Autorin die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle nicht vorgestellt. Als sie Ende Oktober 2017 von ihrer sechsmonatigen Reise durch Italien und Sizilien zurückkehrt, begibt sie sich voller Elan und Optimismus auf Arbeitssuche. Ganz nebenbei veröffentlicht sie ihr erstes Werk über ihre Giro dell‘Italia „una vita non basta - Einmal Italien und zu mir". Während sie sich durch die unterschiedlichsten Stellenausschreibungen kämpft und Bewerbung um Bewerbung verschickt, erwacht die Idee, all ihre Erfahrungen und Empfindungen in einem neuen Buch festzuhalten. Sie möchte dadurch auf die Absurditäten, Missstände und Unverständlichkeiten rund um Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit aufmerksam machen, aber auch einen kleinen Einblick in ihre damit verbundenen inneren Kämpfe und Nöte geben: Die eierlegende Wollmilchsau, 167 Seiten, 8,99 € ist über Buchhandlungen erhältlich.

 

2018 – Der Weg ist steinig und mühsam

 

Das erfuhr ich schmerzlich, als ich auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung war. Was zwei Jahre zuvor noch relativ unkompliziert verlief, erwies sich nun als große Herausforderung und Geduldsprobe. Adäquate Arbeitsangebote gab es in meiner Umgebung kaum. Obwohl ich mich deutschlandweit bewarb, waren die Rückmeldungen sehr spärlich. So manches Vorstellungsgespräch verschlug mir die Sprache. Auch die Aussagen meiner Beraterin von der Agentur für Arbeit waren alles andere als ermutigend: „Es sieht wirklich nicht gut aus mit den Arbeitsplätzen in Ihrem Bereich. Auf eine ausgeschriebene Stelle kommen 100 Bewerber.“ Muss ich mehr sagen? Im Januar 2018 war meine Gefühlslage bereits sehr angespannt. In dieser Zeit bahnte sich der Gedanke für ein zweites Buch seinen Weg in die Wirklichkeit. So entstand mein zweites Werk: „Die eierlegende Wollmilchsau – Kampf und Ohnmacht auf dem Arbeitsmarkt".

Neben meinen Erfahrungen und Erlebnissen mit der Agentur für Arbeit, erzähle ich von diversen Vorstellungsgesprächen und absurden Erwartungen derjenigen, die ihre freien Stellen anpreisen. Wie ich mich dabei fühlte und wie sehr es mir immer wieder den Boden unter den Füßen weggerissen hat. Zu erleben, dass ich als Arbeitssuchende geringer geachtet wurde, als so mancher Arbeitgeber. Aber auch unser System von Maßnahmen für Arbeitssuchende und das Zusammenspiel von Arbeitslosigkeit und Rentenbezug, nehme ich genauer unter die Lupe. Auch wenn es keine leichte Zeit war, so habe ich meinen Humor nicht verloren und gebe an vielen Stellen Raum zum Schmunzeln.

 

Ohrenschmaus im Doppelpack

 

Last but not least hat doch alles auch sein Gutes. So habe ich gemeinsam mit einer Freundin, Eva Saarbourg, von Saarbourg Design Print + Web, die beide Buchcover gestaltet hat, ein Programm auf die Beine gestellt.         

       

Mit „Ohrenschmaus im Doppelpack“ treten wir seit April 2018 in verschiedenen Büchereien, Bibliotheken, bei Ausstellungen und privaten Veranstaltungen sowie in Museen auf. Neben der Lesung aus meinen Büchern sowie eigenen italienischen Songs und kurzen spielerischen Szenen, trägt Eva Saarbourg ihre selbst getexteten und komponierten Lieder vor. So wird unser Programm zu einem abwechslungsreichen, unterhaltsamen Erlebnis und regt zum Nachdenken über das eigene Leben und was wir daraus machen an.                                                                   


Kontakt

Bücher und Lesungen

 

Beatrice Miguel

Büchnerstraße 12

35415 Pohlheim

Telefon: 06403 963353

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